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Krankheiten im Alter – ein Überblick

Gesundheit ist nicht unbedingt eine Frage des Alters, auch junge Menschen können unter schwerwiegenden Krankheiten leiden, die den Alltag mühsam gestalten. Auffällig ist aber, dass die Erkrankungswahrscheinlichkeit im Alter zunimmt. Rund zwei Drittel derjenigen Menschen, die das 65. Lebensjahr überschritten haben, sind andauernd krank – sie haben eine oder mehrere chronische Erkrankungen. Doch welche Alterskrankheiten sind besonders verbreitet und warum steigt mit den Lebensjahren das Risiko für gesundheitliche Probleme?

Das Wichtigste in Kürze

  • Krankheiten können in jedem Alter auftreten, viele davon treffen aber Menschen ab dem 60. Lebensjahr.
  • Besonders verbreitet sind Erkrankungen des Bewegungsapparates, der Augen, der Lunge, des Herz-Kreislauf-Systems, Depressionen oder demenzielle Veränderungen.
  • Grundsätzlich gilt: Nicht jeder ältere Mensch ist gebrechlich oder krank, allerdings steigt das Risiko für eine oder mehrere chronische Erkrankungen.
  • Mit vorbeugenden Maßnahmen können Pflegende und Pflegebedürftige das Risiko für Alterserkrankungen reduzieren.

Was für Krankheiten gibt es im Alter?

Die überwiegende Anzahl der Krankheiten kann in jedem Lebensalter auftreten, allerdings liegt bei vielen das durchschnittliche Erkrankungsalter jenseits von 60. Welche Krankheiten zu den häufigsten im Alter gehören, dazu gibt es Statistiken – wir geben Ihnen einen konkreten Überblick.

Liste: Krankheiten im Alter

  • Depressionen: Ältere Menschen sind weitaus häufiger von einer Depression betroffen als junge Personen – bei ihnen kann eine sogenannte Altersdepression Je nachdem, wie streng die Definition einer Depression gefasst wird, ist jeder Zehnte oder sogar jeder Vierte über 70 Jahren depressiv, das trifft vor allem auf Frauen zu. Es kommt nicht selten vor, dass die typischen Symptome, wie der Verlust lieb gewonnenen Tätigkeiten oder eine Antriebslosigkeit, fälschlicherweise als Begleiterscheinungen des Alters eingeordnet werden.
  • Diabetes: Der Typ-2-Diabetes tritt in der Regel im höheren Lebensalter auf, was ihm den Alternativnamen „Altersdiabetes“ beschert. Neben genetischen Faktoren begünstigt ein ungesunder Lebensstil die Erkrankung – unter anderem Übergewicht, mangelnde Bewegung und eine Ernährung mit vielen Kalorien, aber wenigen Ballaststoffen sind problematisch. Pflegende Angehörige sollten insbesondere bei einem gesteigerten Trinkverhalten und Sehstörungen hellhörig werden.
  • Parkinson: Steife Muskeln, verlangsamte Bewegungen und Zittern – das alles kann auf die Parkinsonerkrankung hindeuten, die vor allem Menschen zwischen dem 50. und 80. Lebensjahr ereilt. Das parkinsontypische Zittern in Armen und Beinen wird durch das Absterben gehirneigener Nervenzellen verursacht – das Alter ist hier ein begünstigender Faktor.
  • Lungenkrankheiten: Im Alter verändert sich das Lungengewebe und das Immunsystem ist weniger schlagfertig, dass wiederum erhöht das Risiko für Lungenerkrankungen, wie Lungenentzündungen, COPD oder eine chronische Bronchitis. Bei pflegebedürftigen Menschen, die sich nicht mehr oder nur eingeschränkt bewegen können, ist eine Lungenembolie besonders gefürchtet – dabei wandert meistens ein Blutgerinnsel aus einer anderen Stelle des Körpers, zum Beispiel den Beinen, in die Lunge und verschließt eine Lungenarterie.
  • Demenz: Zu den häufigen Krankheiten im Alter gehört auch die Demenz. Etwa 1,8 Millionen Menschen sind schätzungsweise hierzulande davon betroffen. Noch immer gibt es viel Forschungsbedarf, was die Ursachen angeht, unbestritten ist aber, dass die Demenz zu den typischen Alterskrankheiten zählt und die häusliche Pflege deutlich komplexer gestaltet.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Menschen versterben hierzulande vor allem durch Krankheiten des Kreislaufsystems – insbesondere an Durchblutungsstörungen, wie sie bei der sogenannten Chronischen ischämischen Herzkrankheit vorliegen, einem Herzinfarkt oder der Herzinsuffizienz, einer Herzschwäche. Fast jeder vierte Mensch, der über 65 Jahre alt ist, verstirbt an einem dieser Gesundheitsprobleme.
  • Augenkrankheiten: Krankheiten im Alter können auch die Augen betreffen. Dazu zählen beispielsweise der Graue Star, bei dem eine Trübung der Augenlinse das Sehvermögen einschränkt. Auch die altersabhängige Makuladegeneration (AMD), bei der es zu einer Schädigung der Netzhautmitte kommt, verursacht einen Sehverlust, und zwar im zentralen Blickfeld. Wer eine Krankheit im Alter entwickelt, kann von einem Glaukom (Grüner Star) berichten – dabei schädigt ein erhöhter Augeninnendruck den Sehnerv, das kann bis zur Erblindung führen.
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates: Auf der Liste der chronischen Krankheiten im Alter befindet sich auch Arthrose. Bei der Hälfte der über 60-jährigen ist mindestens ein Gelenk von Arthrose betroffen, meist ist das an der Hüfte, der Schulter, der Wirbelsäule oder dem Knie der Fall. Außerdem treten im Alter häufiger rheumatische Muskel- und Gelenkerkrankungen auf. Besonders kritisch, insbesondere für pflegebedürftige Menschen, die unsicher auf den Beinen sind, ist die Osteoporose (Knochenschwund). Wenn Sie eine Gruppe von 50 Frauen nehmen, die alle älter als 50 Jahre sind, erleidet mindestens eine davon pro Jahr einen Knochenbruch, begünstigt durch eine Osteoporose.

Warum sind ältere Menschen anfälliger für einige Erkrankungen?

Zunächst müssen wir festhalten, dass nicht alle Menschen im Alter automatisch kränker oder gebrechlicher sind als der Rest der Bevölkerung – selbst wenn chronische Erkrankungen bestehen, geben viele Befragte an, dass sie sich trotzdem wohlfühlen. Dennoch können Alterserscheinungen ab 70 und Krankheiten im Alter eine Herausforderung sein, vor allem bei einer bereits bestehenden Pflegebedürftigkeit. Doch wie kommt es überhaupt, dass ältere Menschen eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, zu erkranken? Dafür gibt es verschiedene Erklärungen. Wir alle unterliegen einem Alterungsprozess – der körperliche Verschleiß begünstigt eine Reihe an Krankheiten, und zwar nicht nur an den Gelenken, sondern auch in den Zellen. Krebs kann beispielsweise durchaus als Alterserkrankung bezeichnet werden, er entsteht im Normalfall dadurch, dass sich genetische Veränderungen über viele Jahre und Jahrzehnte ansammeln. Ältere und pflegebedürftige Menschen können zudem, durch ihre körperlichen Einschränkungen bedingt, einen ungünstigeren Lebenswandel haben – vielleicht bewegen sie sich nicht mehr ausreichend oder essen Fertigmahlzeiten, weil ihnen die Fingerfertigkeit zum Kochen fehlt. Dieses Verhalten wiederum kann Übergewicht provozieren – ein Faktor für viele Alterserkrankungen. Daneben gibt es noch viele weitere Ursachen für Alterskrankheiten, wie eine verminderte Regenerationsfähigkeit oder Veränderungen des Immunsystems.

Welche Rolle spielen psychische und soziale Faktoren bei Alterserkrankungen?

Bei einem Blick auf die häufigsten Krankheiten fällt auf, dass auch die Psyche und die soziale Umgebung von entscheidender Bedeutung sind. So zum Beispiel bei Depressionen und der Demenz. Nehmen wir zunächst die Depression: Begünstigende Faktoren sind Stress, Ängste und Traumata, die nicht selten auch Pflegebedürftige im Rahmen ihrer Erkrankung oder ihrer gesteigerten Hilflosigkeit erleben. Für sie ist ein soziales Netz, das sie auffängt, besonders wichtig. Auch die Demenz ist eng mit sozialen und psychischen Faktoren verknüpft. Verlieren Pflegebedürftige beispielsweise einen geliebten Menschen, können sie sich aus ihrer sozialen Aktivität zurückziehen. Das wiederum beeinträchtigt bei einigen Personen die kognitive Gesundheit, denn um demenziellen Veränderungen vorzubeugen, ist die geistige Stimulation, beispielsweise durch den sozialen Austausch, besonders wichtig. Viele Erkrankungen bedingen sich auch gegenseitig und bestehen zeitgleich.

Gut zu wissen

Nehmen Sie psychische Leiden unbedingt genauso ernst wie körperliche Beschwerden – wer mit psychischen Problemen kämpft, kann einen hohen Leidensdruck und ungesunde Lebensmuster entwickeln, die das Risiko für andere Erkrankungen im Alter steigern.

Krankheiten im Alter vorbeugen: die besten Tipps

Gesundheitsexpert:innen sind sich einig: Viele Krankheiten sind durch eine gesunde Lebensweise vermeidbar. Im Pflegealltag sollten Sie die klassischen Tipps, so gut wie es geht, berücksichtigen.

  • Eine ausgewogene Ernährung: Die klassischen Nährstoffe sind in jedem Lebensalter wichtig. Sie unterstützen die vielfältigen Körperfunktionen, die Knochen und vieles mehr. Ausgeprägte Mängel können Beschwerden hervorrufen. Daher gilt: Kochen Sie für Ihren Angehörigen abwechslungsreich – frisches Obst und Gemüse sind dabei besonders willkommen. Fehlt Ihnen aufgrund Ihrer beruflichen Tätigkeit oder der komplexen Pflegesituation die Zeit, prüfen Sie, ob „Essen auf Rädern“ eine Option ist.
  • Ausreichend Bewegung: Die Weltgesundheitsorganisation rät wöchentlich zu 150 Minuten moderate Aktivität. Doch das ist für körperlich eingeschränkte Menschen nicht immer möglich. Grundsätzlich gilt: Jede Bewegung ist wichtig, dazu zählen auch einfache Haushaltstätigkeiten, Gymnastikübungen im Bett oder gemütliche Spaziergänge.
  • Genügend Entspannung: Auch wenn es für Sie vielleicht so aussieht, als wenn Ihr Familienmitglied im Alltag genug Ruhepausen hätte, kann eine gezielte Entspannung den Körper und Geist besonders intensiv entlasten. Wie wäre es, wenn sie sich gemeinsam mit geführten Meditationen, Atemtechniken oder progressiver Muskelentspannung beschäftigen?

Übrigens: Um Erkrankungen frühzeitig erkennen zu können, nehmen Sie mit Ihrem Angehörigen am besten regelmäßige Arzttermine und Check-ups in Anspruch. Achten Sie auch darauf, dass alle notwendigen Impfungen auf dem aktuellen Stand sind.

FAQ – Häufige Fragen zu Krankheiten im Alter

Das hat mehrere Gründe. Zum einen arbeitet das Immunsystem nicht mehr so effektiv und der körperliche Verschleiß nimmt zu. Zum anderen können sich im Laufe der Zeit Faktoren ergeben, wie eine Pflegebedürftigkeit, die gesunde Lebensgewohnheiten erschweren.

Es gibt eine Vielzahl an Erkrankungen, die typischerweise im Alter auftreten. Dazu gehören Parkinson, Diabetes-Typ-2, Grauer Star, Knochenschwund und Depressionen.

Eine gesunde Lebensweise ist in jedem Alter die beste Möglichkeit, um Krankheiten vorzubeugen – dazu zählt genügend Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, ausreichende Entspannung und der weitestgehende Verzicht auf Genussmittel, wie Alkohol.

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Dipl. Ges. Oec. (FH) Jennifer Ann Steinort
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Jennifer Ann Steinort ist Autorin bei den Pflegehelden. Sie verfasst Ratgeber, die Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen Tipps für den Pflegealltag vermitteln. Ihre Schwerpunkte liegen dabei auf den Themen Finanzierung, Pflegemaßnahmen und Wohlbefinden. Ihr persönliches Anliegen ist, selbst komplexe Sachverhalte leserfreundlich zu formulieren.

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