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Häusliche Pflege: Vorteile im Überblick

Eine Versorgung in den eigenen vier Wänden oder eine Unterbringung in einem Pflegeheim oder einer Seniorenresidenz – Angehörige sind insbesondere dann, wenn plötzlich ein Pflegefall eintritt, mit der eiligen Frage nach der künftigen Unterbringung konfrontiert. Die Entscheidung ist alles andere als einfach, viele Familien legen jedoch den Fokus auf das, was sich der Pflegebedürftige wünscht. Bereits im Jahr 2017 war die Statistik hier eindeutig: Beinahe 90 % möchte sich zu Hause versorgt wissen – doch welche Vorteile hat die häusliche Pflege?

Das Wichtigste in Kürze

  • Die häusliche Pflege wird von Pflegebedürftigen laut Statistik bevorzugt.
  • Eine Versorgung in den eigenen vier Wänden besitzt Vorteile für Menschen mit einem Pflegegrad, aber auch für pflegende Angehörige.
  • Die häusliche Pflege ist im Vergleich zu einem Pflegeheim meist deutlich günstiger und individueller.
  • Bevor pflegende Angehörige eine Entscheidung treffen, können sie sich bei der Seniorenberatung oder bei einem Pflegestützpunkt über die Möglichkeiten informieren.

 

Die 5 Vorteile der häuslichen Pflege

Einige Menschen denken bei der häuslichen Pflege an kräftezehrende Tätigkeiten und Überlastung – in vielen Familien ist die Versorgung in den eigenen vier Wänden tatsächlich eine große Herausforderung. Dennoch bietet sie Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen meist ungeahnte Vorteile.

1. Die häusliche Umgebung bleibt gewohnter Rückzugsort

Ihr Angehöriger hat in seiner häuslichen Umgebung viele wertvolle Stunden, vielleicht sogar Jahre verbracht. Hier befinden sich seine lieb gewonnenen Möbel und persönlichen Gegenstände, die mit zahlreichen Erinnerungen verbunden sind. Das bekannte Wohnumfeld bietet Pflegebedürftigen Geborgenheit und vermittelt ein Gefühl von Sicherheit. Bei einem Umzug in ein Pflegeheim müssen viele Dinge zurückgelassen werden, denn hier sind die Platzverhältnisse meist nicht so großzügig.

2. Die häusliche Pflege bietet vielfältige soziale Kontakte

Pflegebedürftige sind in ihrem Wohnumfeld meist tief verwurzelt, bei einem Spaziergang oder beim Seniorentreff begegnen ihnen bekannte Gesichter. Ihre Wohnung oder ihr Haus kann als Anlaufstelle für den Austausch mit Bekannten, Freund:innen und der Familie dienen, und zwar ganz ohne Besuchszeiten. Bitte beachten Sie, dass soziale Kontakte wichtig für das psychische Wohlbefinden sind und die Lebensqualität erhöhen. Durch die häusliche Pflege erhalten Pflegebedürftige das Signal, dass sie auch weiterhin dazugehören und nicht verpflanzt werden – genau das ist wichtig für das Selbstwertgefühl.

3. Die häusliche Pflege ist meist mit einem geringeren Infektionsrisiko verbunden

Natürlich kann es auch bei der häuslichen Pflege zu Infektionen kommen, rein theoretisch können Besucher:innen Viren und Bakterien „einschleppen“ oder Pflegebedürftige stecken sich beispielsweise beim Einkauf an. Im Vergleich zu einem Pflegeheim herrscht aber meist ein geringeres Infektionsrisiko, da der Kontakt mit anderen Menschen, die anfälliger für Erkrankungen sind, in der Regel ausbleibt. Um das Risiko einer Ansteckung möglichst gering zu halten, können Sie Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, wie Einmalhandschuhe oder Desinfektionsmittel nutzen.

4. Die häusliche Pflege kann individuell auf Ihren Angehörigen abgestimmt werden

Menschen haben einen sehr unterschiedlichen Pflegebedarf, genau deshalb gibt es die verschiedenen Pflegegrade von 1 bis 5. Bei der häuslichen Pflege gelingt es gut, auf die individuellen Bedürfnisse einzugehen – das nötige Wissen dazu können Angehörige beispielsweise durch die Inanspruchnahme der kostenlosen Pflegeberatung oder durch Gratis-Pflegekurse erwerben. Unterstützung erhalten pflegende Angehörige durch eine sogenannte 24-Stunden-Pflege, einen ambulanten Pflegedienst oder durch verschiedene Betreuungs- und Beschäftigungsangebote. Mit dem Essen auf Rädern können pflegende Angehörige auch auf spezielle Ernährungswünsche eingehen.

5. Eine häusliche Pflege ist meist günstiger als ein Pflegeheim

Pflegerische Maßnahmen sind mit Kosten verbunden, sowohl im Pflegeheim als auch bei der häuslichen Pflege. Wer zu Hause gepflegt wird, bei dem entstehen jedoch meist deutlich geringere finanzielle Aufwendungen. Das liegt daran, dass hier nicht nur Pflegefachpersonen, sondern ebenfalls Angehörige und gegebenenfalls Bekannte und Nachbarn mitwirken. Auch bei der häuslichen Pflege lässt die Pflegekasse Pflegebedürftige und pflegende Angehörige mit den Kosten nicht alleine. Es stehen beispielsweise Pflegesachleistungen für die Finanzierung eines ambulanten Pflegedienstes zur Verfügung, der Entlastungsbetrag ermöglicht Betreuungs- und Beschäftigungsangebote sowie die Einstellung einer Haushaltshilfe. Außerdem profitieren viele Pflegebedürftige von dem Pflegegeld, dass sie an Angehörige weitergeben können. Daneben gibt es weitere Unterstützungsangebote, wie die Verhinderungspflege, die Kurzzeitpflege und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, mit denen Sie das Pflegeumfeld an die Bedürfnisse Ihres Angehörigen anpassen.

Informieren Sie sich und treffen Sie eine wohlüberlegte Entscheidung

Wie Ihr Angehöriger künftig versorgt wird, entscheidet über sein Wohlbefinden und seine Lebensqualität. Nicht immer ist die häusliche Pflege die richtige Option – haben Angehörige kaum Zeit für die Pflege oder fühlen sich durch eine schwere Pflegebedürftigkeit überfordert, ist auch ein Pflegeheim grundsätzlich eine Überlegung wert. Eine gute Informationsbasis erleichtert die Entscheidung zur Pflegeform. Informieren Sie sich bei einem Pflegestützpunkt oder bei einer Seniorenberatung – die Mitarbeiter:innen geben Ihnen Details zu Versorgungs- sowie Betreuungsmöglichkeiten und helfen bei der Koordinierung. Auch die Pflegehelden stehen Ihnen zur Seite – wir vermitteln Ihnen gerne eine herzliche Betreuungskraft für Ihren Angehörigen, die ihn liebevoll umsorgt.

2. Soziales Umfeld

Auch das soziale Umfeld spielt im Zusammenhang mit der häuslichen Umgebung eine zentrale Rolle. Selbst wenn der Aufenthalt im Freien nur noch mit einer ambulanten Pflegekraft oder mit einem Angehörigen möglich ist, trifft man doch immer wieder ein bekanntes Gesicht, mit dem ein paar Worte gewechselt werden können. Das gilt auch für die direkte Ansprache, die zwischen dem Pflegebedürftigen, seinen Angehörigen und möglichen Bekannten stattfindet. Vielseitige soziale und vor allem persönliche Kontakte sind elementar wichtig, um Geist und Seele in Schwung zu halten. Insoweit sind die gewohnten Kontakte mit zunehmendem Alter ein wichtiger Lebensquell, der die Lebensqualität deutlich erhöht. Das Gefühl, auch weiterhin dazu zu gehören und nicht abgeschoben zu werden, festigt das Selbstwertgefühl.

3. Kostenfaktor

Es sind auch die Kosten, die bei einer Entscheidung für die häusliche Pflege eine maßgebliche Rolle spielen und die gegenüber den Kosten in einem Pflegeheim deutlich geringer ausfallen. Die gesetzliche Pflegeversicherung bietet für die häusliche Pflege finanzielle Unterstützung, deren Höhe abhängig ist von der Einstufung in den jeweiligen Pflegegrad. Nach § 37 SGB XI (Sozialgesetzbuch, elftes Buch) erhalten Pflegebedürftige für selbst organisierte Pflegehilfen, zum Beispiel Familienangehörige, Nachbarn oder private Dienstleister, ein Pflegegeld. Diese Aufwandsentschädigung, die Pflegebedürftige ab dem zweiten Pflegegrad beantragen können, wird direkt an den Pflegebedürftigen ausgezahlt. Die Höhe beläuft sich in Pflegegrad 2 auf 347 Euro im Monat. In Pflegegrad 3 erhalten Pflegebedürftige 599 Euro, in Pflegegrad 4 monatlich 800 Euro, und in Pflegegrad 5 beträgt das Pflegegeld 990 Euro.

Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung fallen höher aus, wenn ein ambulanter Pflegedienst für die häusliche Pflege hinzugezogen wird. Dabei handelt es sich nach § 36 SGB XI um sogenannte Pflegesachleistungen, deren Höhe nach Pflegegraden gestaffelt ist. Anspruchsberechtigt sind Pflegebedürftige ab dem zweiten Pflegegrad. In Pflegegrad 2 beträgt die Pflegesachleistung 796 Euro monatlich, in Pflegegrad 3 wird ein Betrag von 1.497 Euro gezahlt, in Pflegegrad 4 steigt die Leistung auf 1.859 Euro und in Pflegegrad 5 auf 2.299 Euro im Monat.

4. Individueller Pflegebedarf

Der Pflegebedarf kann in der häuslichen Pflege oder „24 Stunden Pflege“ auf die tatsächlichen Bedürfnisse des Pflegebedürftigen abgestimmt werden mit dem Ziel, dass die Selbstständigkeit so lange wie möglich gefördert wird. Angehörige sind mit der Pflege nicht allein, sondern erhalten Hilfe bei der häuslichen Pflege, unter anderem durch eine Pflegeberatung und durch Pflegekurse, in denen Angehörigen die nötigen Kenntnisse für die häusliche Pflege vermittelt werden. Aufgrund der finanziellen Unterstützung aus der gesetzlichen Pflegeversicherung ist es möglich, weitere unterstützende Leistungen in Anspruch zu nehmen. Das gilt einmal für die ambulanten Pflege- und Betreuungsdienste, die vier Grundleistungen anbieten: Körperbezogene Pflegemaßnahmen, Behandlungspflege, Hilfe bei der Haushaltsführung sowie pflegerische Betreuungsmaßnahmen, wodurch Angehörige eine deutliche Entlastung erfahren. Weitere Hilfsangebote sind unter anderem Unterstützung im Alltag, Essen auf Rädern, die Tages- und Nachtpflege, die Verhinderungspflege und die Kurzzeitpflege, die teilweise bis zu einem festgelegten Höchstbetrag von der gesetzlichen Pflegeversicherung finanziert werden.

Insgesamt ermuntert die häusliche Pflege den Pflegebedürftigen dazu, so lange wie möglich, wenigstens in Teilbereichen, selbstständig zu agieren. Auf diese Weise werden Körper, Geist und Seele gefordert und trainiert. Auch für pflegende Angehörige gibt es zahlreiche Angebote, die Atempausen und Entlastung bieten, sodass noch ausreichend Raum für das eigene Leben bleibt.

vergleich pflegeheim betreuung

CHECKLISTE

Vergleich Pflegeheim und „24-Stunden-Betreuung“

Eine Gegenüberstellung von Pflegeheim und der “24-Stunden-Betreuung”.

FAQ – Häufige Fragen zu den Vorteilen der häuslichen Pflege

Die häusliche Pflege sorgt dafür, dass Pflegebedürftige in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können, eine sehr individuelle Pflege erhalten und Kosten sparen.

Pflegende Angehörige schätzen an der häuslichen Pflege meist besonders, dass sie ihr Familienmitglied jederzeit besuchen und individuell versorgen können.

Menschen, die viel Wert darauf legen, in ihrem gewohnten Umfeld zu verbleiben, profitieren besonders von der häuslichen Pflege. Können pflegende Angehörige diese jedoch auch mithilfe von außen nur unzureichend sicherstellen, ist der Umzug in ein Pflegeheim womöglich die bessere Option.

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Dipl. Ges. Oec. (FH) Jennifer Ann Steinort
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Jennifer Ann Steinort ist Autorin bei den Pflegehelden. Sie verfasst Ratgeber, die Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen Tipps für den Pflegealltag vermitteln. Ihre Schwerpunkte liegen dabei auf den Themen Finanzierung, Pflegemaßnahmen und Wohlbefinden. Ihr persönliches Anliegen ist, selbst komplexe Sachverhalte leserfreundlich zu formulieren.

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